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Die Kassiererin
Eine Advents- und Weihnachtsgeschichte

Von Bastian Fähnrich, im Dezember 2004

Sie war das nette Fräulein von Kasse Sieben. Bei ihr an der Kasse klingelte es nahezu unaufhörlich, denn sie strahlte übers ganze Gesicht und ihre Augen leuchteten und versprachen tatsächlich so viel wie die bunten Reklametafeln in den Schaufensterauslagen. Ja, mit der Kassiererin traf man liebend gern zusammen beim Erledigen der üblichen Einkäufe, etwa um von ihrer unglaublichen Schönheit einen flüchtigen Blick zu erheischen oder ihre bloße Anwesenheit mit fast allen Sinnen wahrzunehmen. Manche kamen sogar lediglich ihretwegen im Supermarkt vorbei und kauften dann auch nur eine Kleinigkeit. Natürlich durchschaute sie diese Leute nach einer Weile, doch belohnte sie deren Verlegenheitskauf stets mit einem Augenzwinkern und Schmunzeln in den Mundwinkeln. Wie dem auch gewesen sein mag, bei ihr reihte man sich jedenfalls geduldig in die Warteschlange ein, selbst wenn an den anderen Kassen überhaupt kein Betrieb herrschte. Und wenn man dann Körper an Körper dicht gedrängt mit all seinen Einkäufen schwer beladen dastand, gab es dennoch kein Rempeln oder Stoßen. Das heißt, niemand quetschte sich die Finger wund zwischen den Einkaufswägen oder holte sich einen blauen Fleck durch gewollte oder ungewollte Seitenhiebe mit all den Dingen, welche die Menschen für gewöhnlich mit sich herumtragen. Die Metallstangen an der Pforte ihrer Kasse waren niemals kalt, sondern behaglich warm, denn ständig glitten nach Halt suchende Hände darüber. Keiner rümpfte die Nase oder schüttelte angewidert den Kopf, wenn der in einen schmuddeligen Mantel gekleidete Herr vor einem übel nach Schweiß oder billigem Alkohol und die Dame im künstlichen Pelz fünf Leute hinter einem aufdringlich nach teurem Parfüm roch und es kein Ausweichen aus der stickigen Enge gab. Ja, die Menschen strömten beständig zu ihrer Kasse, als ob dort ein Vermögen auf sie wartete, das sie, die Kassiererin, für jeden Kunden gespart hatte.

Ihr dunkles, etwa schulterlanges Haar hatte sie meistens zu einem kurzen Zopf geflochten und
kunstvoll aufgesteckt, nur ganz selten trug sie es offen und verbreitete dabei in der Luft der großen, in kaltes Neonlicht getauchten Halle einen herrlich warmen Duft, der einen an die Zeit erinnerte, während der es noch Tante-Emma-Läden gegeben und man beim Bezahlen der Ware statt einem papiernen Kassenzettel immer ein Bonbon oder sonst eine Schleckerei zum Naschen geschenkt bekommen hatte. Wenn sie einen dann noch anschaute, fühlte man sich im wahrsten Sinne des Wortes wie im Einkaufsparadies, und so gab es sogar nach einem langen, anstrengenden Werktag immer noch ausreichend Grund zum Feiern. Sie hatte stets ein Lächeln auf den Lippen, und ihr Mund stand niemals still. Ja, erzählen konnte sie, so dass einem Hören und Sehen verging. Desöfteren schilderte sie solche wahren Begebenheiten, bei denen jeder etwas zu lachen oder nachzudenken hatte. So gab sie zum Beispiel die Geschichte eines Firmenvertreters zum Besten, der im Rahmen einer Werbeaktion einen bestimmten Käse anpreisen beziehungsweise neue Kunden gewinnen wollte und deswegen einen Probestand im Supermarkt errichtete, an dem es aber allen schon im Vorbeigehen schlecht wurde, weil es dort so furchtbar stank. Oder von einem Verkäufer, der das Zigarettensortiment auf Geheiß des Filialleiters unbedingt mit einer brandneuen Marke erweitern sollte, und obwohl die betreffenden „Glimmstengel“ eigentlich aus Kaugummi bestanden, waren diese für ihn jedoch schon zu starker Tabak. Er schmuggelte die bereits angelieferten Schachteln heimlich aus dem Lager und bezahlte dann jedoch alles und peinlich genau von seinem eigenen, spärlichen Gehalt. Der Geschäftsführer aber qualmte nicht etwa vor Wut, als die Wahrheit schließlich ans Licht kam, sondern das Handeln seines Angestellten stimmte ihn geradezu milde. Und anstatt den Verkäufer fristlos zu entlassen, ernannte er diesen zum Logistikchef des ganzen Unternehmens. So konnte es dann auch niemanden in der Belegschaft verwundern, dass mit der Zeit auch keine echten Zigaretten mehr bestellt wurden und für mögliche Kunden zu erstehen waren.

In einer der Erzählungen der Kassiererin kam außerdem der Wärter vor, der sich eines Abends bei seinem Kontrollgang wohl aus Versehen im Supermarkt eingeschlossen und in der Nacht einen solchen Hunger bekommen hatte, dass er, einmal im Schlemmerland gefangen, nahezu alle
Konservendosen in der Feinkostecke durchprobierte und am nächsten Morgen, als die anderen
Mitarbeiter schließlich wieder zur Tagesschicht im Supermarkt eintrafen, mit einer Bleivergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Sie wusste auch von der Frau in der Porzellanabteilung zu berichten, die durch einen Seitensprung ihres Mannes vor den Scherben ihrer Ehe stand, bis ihr untreuer Gatte eines Tages plötzlich auftauchte und sie mit einem Strauß Blumen in einer selbst getöpferten und bemalten Vase von ganzem Herzen um Verzeihung für sein gebrochenes Hochzeitsversprechen bat. Es könnte vielleicht das Geheimnis der Kassiererin bleiben, ob sie selbst ihre Finger bei dieser Liebesgeschichte mit ihm Spiel gehabt oder sich alles einfach so zugetragen hatte. Denn die Leute glauben mitunter allzu gerne, dass Wunder von sich aus oder aus Zufall geschehen und Märchen auch ohne das Dazutun von Helfern wahr werden beziehungsweise gut ausgehen und dann sogar noch weiterhin glücklich verlaufen können. Sie verschwieg aber auch den äußerst tragischen und unglücklichen Vorfall nicht, bei dem ein langjähriger Mitarbeiter, der während der regelmäßig veranstalteten Angebotswochen offensichtlich verrückt geworden war, sich an einem verkaufsoffenen Sonntag mit einer Plastiktüte in der Kundentoilette den letzten Rest gegeben hatte. Um ja keine „Geistesstörungen“ mehr in der Belegschaft oder bei sonst jemandem zu verursachen oder diese auch nur zu fördern, schaffte man in besagtem Supermarkt daraufhin sogar die saisonalen Schlussverkäufe ab. Der Umsatz ließ aber trotz aller negativen Verlautbarungen und Mutmaßungen der Gesellschafter und Aktieninhaber nicht nach, und verantwortlich für die positive Bilanz war ganz sicher das Mädchen von Kasse Sieben.

Es ist aufgrund der sagenhaften Erzählkunst der Kassiererin und ihrem phänomenalen Wissensbestand aus dem geschäftigen Leben des Supermarkts nun also kaum verwunderlich, dass, nur um sich mit ihr für einige Augenblicke zu unterhalten und dabei womöglich einige ihrer heiteren oder ernsten Geschichten mitzubekommen, an ihrer Kasse wegen jeder Kleinigkeit reklamiert oder eifrig nach den neuesten Produkten gefragt wurde, dass selbst mitgebrachte und in den weiten Fluren des Supermarkts absichtlich verloren gegangene „Fundsachen“ bei ihr abgegeben oder dass ganz und gar nicht vermisste Personen über ihren Lautsprecher ausgerufen wurden und sich dann tatsächlich bei ihr meldeten. Ja, auch ich ließ mich mitunter dankbar zu ihrer Kasse bitten. Denn wer durch ihre Pforte ging und ihr begegnete, schwebte buchstäblich vor Freude und Erfahrungslust nach Hause oder anderswohin. Viele drehten sogar noch freiwillig einige Runden in der automatischen, mehrflügeligen Glastür am Ein- und Ausgang, weil sie sich beileibe noch nicht vom Zauber ihrer guten Laune und ihrem frohen Gemüt trennen wollten. Es war nicht zu bestreiten oder aus der Welt zu reden: die Kassiererin vermochte fast jeden zu begeistern. Allen voran wohl ihren Arbeitgeber, für den sie sich mit ihrer leutseligen Art ja in gewisser Weise bezahlt machte. Aber wahrscheinlich auch nicht immer, denn so manche Väter und Mütter erhielten von ihr Tipps, wie man mit laut brüllenden oder verzweifelt kreischenden Kindern umgehen musste, die um nahezu jeden Preis an der Kasse von ihren Eltern gekauft haben wollten, was sie einen Moment zuvor eigenhändig aus den niedrigen Fächern gezogen hatten. Und bei ihr konnte auf unbefristete Zeit anschreiben oder notfalls Kredit aufnehmen, wer einen schmalen Geldbeutel hatte. Zudem stellte sie an ihrer Pforte ein Spendenkästchen auf, bei der diejenigen Menschen, die nun einmal nicht gerade knapp bei Kasse waren, ihren Teil zum Wohlergehen aller beisteuern konnten. Die sogenannten Abfälle, welche normalerweise im Schutz der Dunkelheit zur örtlichen Mülldeponie gekarrt wurden – darunter jede Menge frisches und unverdorbenes Obst, Gemüse, Salat, Fleisch, Fisch, Milch, Quark, Joghurt, Käse, Wurst und Brot – verteilte sie bisweilen nach Ladenschluss an der hell beleuchteten Lieferantenrampe an Bedürftige und solche Leute, welche aus Lebensmitteln auch noch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums die schmackhaftesten Gerichte zubereiten konnten. Wer ihr Förderband aber mit Produkten von allzu großen Konzernen belastete, dem machte sie es nicht unbedingt leicht, sondern redete ihm beständig ins Gewissen, künftig doch Waren aus fairem Handel, vom nächstgelegenen Bauernhof oder Kleinbetrieb zu kaufen beziehungsweise einfach auf einiges zu verzichten, was für gewöhnlich auf den Tisch kam. Und zum Abschied drückte sie einem jeden Käufer eine Tüte aus Stoff oder Papier in die Hand – das Umweltzeichen prangte nicht von ungefähr auf ihrem blauen Arbeitskittel.

Ihr nahezu unbeschreiblicher Erfolg bei den Kunden blieb ihren Kollegen und Kolleginnen an den anderen Kassen natürlich nicht verborgen. So komisch und traurig es auch klingen mag, keiner aus ihrem engsten Kollegenkreis bewunderte sie aber oder nahm sich an ihr gar ein Beispiel, sondern alle beneideten sie um ihre Gunst und empfanden sie letztlich als Rivalin. Einige der Kassierer und Kassiererinnen machten sich hinter ihrem Rücken mit tausend spitzen Zungen lustig über die weißen, baumwollenen Handschuhe, die sie immer tragen musste, weil sie anscheinend aus gesundheitlichen Gründen nicht mit Münzgeld umgehen oder in direkten Kontakt treten durfte. Sie witzelten unentwegt hinter vorgehaltener Hand, wie sie mit ihrer Nickelallergie denn überhaupt zum Kassenmagnet des Supermarkts hatte avancieren können. Andere, die nicht so gewandt im Gebrauch der Sprache oder einfach schwer von Begriff waren, versuchten, ihr mehr oder weniger offen Konkurrenz zu machen mit ihren eigenen, ganz spezifischen Reizen und Verlockungen. Ein Kassierer etwa ließ sich mit Beutegut bestechen und machte es möglich, dass Ladendiebe und sonstige Abstauber unerkannt aus dem Supermarkt entkommen konnten, auch wenn bereits die Alarmanlage zu schellen begonnen hatte. Der Hausdetektiv steckte mit ihm unter einer Decke, aber das ist wohl zum Teil eine andere, zwar nicht kriminelle, sicher aber ebenfalls eine weniger geglückte Geschichte. Eine Kassiererin wiederum, durch deren Pforte auch ich einmal aus Neugier gegangen war, gab sich willig jedem hin, der nach ihr verlangte und seinen Kragen nicht zu hoch geknöpft hatte. Das heißt, wer freizügig mit ein paar Scheinen oder der Bankkarte winkte, dem griff sie tief in die Tasche und vor dem ließ sie ihre Bluse wie ein prall gefülltes Portemonnaie aufspringen. Doch auch wenn es manche gewiss zu bunt trieben und damit sogar dem Geschäft des Supermarkts schaden wollten, kam die Mehrzahl der Leute immer noch zu dem Fräulein von Kasse Sieben. Dafür sorgte wohl ihr unwiderstehlicher Charme und ihre zuvorkommende Freundlichkeit, und bestimmt hatten auch einige Bekannte und Freunde aus der weiteren Belegschaft oder sogar ihr Arbeitgeber ein Wort mitzureden.

Selbst ich wollte mich einsatzfreudig stark machen für sie, aber das sei überhaupt nicht nötig, offenbarte sie mir mit fester Stimme, als ich deswegen bei ihr an der Kasse vorsprach. Ich wäre sogar bereit gewesen, ihrem Chef eine Ablösesumme zukommen zu lassen, um ihr eventuell einen Arbeitsplatzwechsel zu ermöglichen. Aber das konnte sie nicht billigen, und so schlug sie mein Angebot entschieden aus und gab mir recht deutlich zu verstehen, dass sie ein dermaßen schwaches Geschlecht dann auch wieder nicht sei. Ihrer Überzeugung nach würden nämlich die Neider und Spötter ihren Wert früher oder später schon noch anerkennen. Ja, unter Umständen würde sie auch bei ihnen letztlich hoch im Preis stehen. Und wahrlich, nach einigen Monaten fand sich etwa die gegen Bezahlung körperlich äußerst mitteilsame Kassiererin an ihrer Pforte ein und entschuldigte sich bei ihr für all das feindselige und unverschämte Benehmen. Der Langmut oder die geduldige Art des netten Fräuleins schien sich am Ende also auf genau berechnete Weise auszuzahlen. Aber es sollte ihr schließlich doch noch jemand einen Strich durch die Rechnung machen, denn eines Tages war sie plötzlich wie vom Erdboden verschwunden, und die Polizei verhörte im Zuge einer groß angelegten Fahndung nach ihrer Person alle Angestellten des Supermarkts. Es kam dabei heraus, dass irgendein Mitarbeiter sie der Schwarzarbeit bezichtigt hatte. Und der Wirtschaftskontrolldienst suchte sie infolge einer Anzeige von Unbekannt wegen Überschreiten der gesetzlichen Öffnungszeiten. Aber man konnte die Kassiererin einfach nirgends mehr auffinden. Die Behörden waren nicht einmal imstande, ihren Namen in Erfahrung zu bringen, denn niemand konnte ihn nennen, weil alle die Kassiererin stets nur mit „Sieben“ angeredet hatten. Einige erinnerten sich jedoch, dass auf ihrem Kleiderschrank im Gemeinschaftsraum in fast schon abgeblätterten Buchstaben „riele“ zu lesen war. Aber für solche Worträtsel war die Amtssprache natürlich nicht geschaffen. Und der Filialleiter verweigerte zum Erstaunen aller beharrlich jede Aussage, so dass er über kurz oder lang das Unternehmen verlassen musste und von einem neuen Geschäftsführer ersetzt wurde. Das verstärkte selbstverständlich noch die verschiedenen Verdachtsmomente gegen die Kassiererin. Aber nachdem die Staatsanwaltschaft alle Unterlagen beschlagnahmt und mithilfe von entsprechenden Sachverständigen eine gründliche Inventur durchgeführt hatte, waren keine Unregelmäßigkeiten festzustellen. Die Kassiererin war nicht einmal unter einem Pseudonym auf den Gehaltslisten vermerkt, und vermutlich hatte sie sogar umsonst im Supermarkt gearbeitet.

Das spurlose Verschwinden der Kassiererin liegt jetzt einige Jahre zurück, und die Begebenheiten danach sind wohl kaum mehr der Rede wert. Denn als das nette Fräulein von Kasse Sieben auch nach der Beseitigung aller gegen sie vorgebrachten Anschuldigungen verschwunden blieb, geriet sie unter dem gesamten Kollegium und den Einkäufern im Supermarkt langsam in Vergessenheit. Und ich? Ja, seit geraumer Zeit bin ich nun schon wieder vereint mit der Frau, die ich in besagtem Geschäft früher einmal nach einem etwas ungeschickten Griff ins Tellerregal sozusagen zufällig kennen gelernt, später dann geheiratet und eines Tages aber mit der für sündhaft teure „Liebesdienste“ jedermann frei zur Verfügung stehenden Kassiererin aus demselben Supermarkt der Möglichkeiten betrogen hatte. Wäre da nicht auch das Mädchen von Kasse Sieben gewesen, die mir zu gegebener Stunde zur Seite stand, so hätte ich wohl meine am Boden zerstörte Ehe nie mit dem einzig richtigen Bindemittel, das man auf der Erde eigentlich fast gratis bekommen kann, allmählich wieder kitten können. Ja, ich halte große Stücke auf das Fräulein von Kasse Sieben, und in gewissem Sinne ist ihr Werk für mich und meine bessere Hälfte ganz bestimmt noch nicht vollendet. Aber persönlich erschienen ist sie auch mir seit den hier eben erzählten Geschehnissen nie wieder. Oder vielleicht doch, zumindest indirekt und recht zeichenhaft. Als ich nämlich in der Woche vor dem dritten Advent wieder einmal die üblichen Einkäufe erledigte und meine Frau zur Aufmunterung besuchte im Supermarkt, den man inzwischen zu einem Hypermarkt umgebaut hat und der nun ein gigantischer Einkaufstempel ist, in dem die Menschen das ganze Jahr über durch zahlreiche Tiefpreise in Hochstimmung und in der Vorweihnachtszeit natürlich besonders in einen ungeheuren Konsumrausch versetzt werden, ereignete sich etwas sehr Merkwürdiges. Selbstverständlich gibt es nun viel mehr Kassen in dem größten Warenhaus, das man jetzt auch weit und breit in der hiesigen Gegend kennt, aber ganz in der Ecke des riesigen Gebäudes steht – ausgemustert wegen der veralteten Technik und die ehemalige Pforte mit einem Schild „Durchgang verboten“ für Kunden gesperrt – noch die Kasse Sieben, und desöfteren reihe ich mich in die Warteschlange direkt daneben ein. Und während ich so inmitten des Gedränges und der Hast der Leute stand, lauschte ich in stillem Andenken dem Klingeln der Kassen. Aber da formten die Töne unversehens eine wunderschöne Melodie, und es war mir, als ob die Lampe an Kasse Sieben kurz aufflackerte und für einen Moment den Takt angab. Und als die Musik wieder aus dem Rhythmus geriet, ging mir schließlich ein Licht auf, und ich erkannte, um wen es sich bei dem Mädchen von Kasse Sieben eigentlich gehandelt haben musste und von wem ihr Name wohl auch noch heute Kunde gibt.

Veröffentlichung an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung des Autors Bastian Fähnrich.
Bastian Fähnrich, Die Kassiererin [pdf]

Fortsetzung: Bastian Fähnrich, Der Bösewicht

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