
| Zum Inhalt |
| Puntila (Max Zöllkau), Besitzer eines großen Gutes und einer zu verlobenden Tochter (Theresa Wenger), zeigt sich zunehmend menschlich, je größer der Grad seiner Betrunkenheit ist, während er als nüchterner Mensch die Verkörperung des Kapitalisten ist. Ihm zur Seite steht sein Knecht Matti (Oliver Büttner), der als Realist Puntilas Sauftouren und Anfälle von Nüchternheit distanziert und auch amüsiert begleitet. Den Höhepunkt erreicht die Geschichte von Puntila und seinem Knecht Matti, als der Gutsbesitzer seine Tochter Eva zunächst mit dem blutleeren Attaché (Malte Potreck), dann mit seinem Knecht verloben will, wobei er ersteren unter Beleidigungen aus dem Haus wirft, der zweite Eva durch eine Brautprüfung fallen lässt. |
|
Des Weiteren sind zu sehen: vier Frauen (Nadine Velder, Miriam Müller-Ost, Mareike Klassen, Carolin Turbahn), mit denen sich Puntila verlobt und entlobt, vier Arbeiter (Daniel La Monica, Lilli Kugelmann, Katrin Willgerodt, Florian Bartsch), die Puntila einstellt und entlässt und eine Richterin, eine Advokatin und ein Probst nebst Ehefrau (Anne Krell, Claudia Schoberth / Mai Thu Ngyen, Florian Bartsch, Lena Ackermann), die Puntila Vernunft eintrichtern wollen, unterstützt von Fina (Farina Törmer), der aufrichtigen Köchin. |
| Zum Werk |
Das Werk "Herr Puntila und sein Knecht Matti" entstand 1940/1941, als Bertolt Brecht in Finnland im Exil war.
Dort lebte er in Kausala (zwischen den finnischen Städten Lahti und Kouvola) auf dem Gut Marlebäk der finnischen Dichterin Hella Wuolijoki, deren Theaterstück "Sägemehlprinzessin"
( "Sahanpuruprinsessa" ) als Vorlage diente. |
| Brecht nahm mit seinem Werk "Puntila und sein Knecht Matti" - mit Wuolijokis Unterstützung - an einem Wettbewerb des finnischen Dramatikerverbandes teil. "Puntila" wurde später von Wuolijoki ins Finnische übersetzt und 1946 unter dem Titel "Der Gutsherr Iso-Heikkilä und sein Knecht Kalle" ( "Iso-Heikkilän isäntä ja hänen renkinsä Kalle" ) veröffentlicht. |
|
Aus Brechts Tagebuch sind Einträge über seine Zeit in Marlebäck erhalten:
 |
| » Mit Hella Wuolijoki nach Gut Marlebäk (Kausala) gefahren. Sie gibt uns eine Villa zwischen schönen Birken. Wir sprechen von der Stille hier heraußen. Aber es ist nicht still; bloß sind die Geräusche viel natürlicher, der Wind in den Bäumen, das Rascheln des Grases, das Gezwitscher und was vom Wasser herkommt. Das Gutshaus, weiß, mit zwei Reihen von je acht großen Fenstern, ist über 100 Jahre alt, im Empirestil gebaut. Die Zimmer sind museumsreif. « (5. Juli 1940). | |
» Die Sauna des Gutes ist ein kleines viereckiges Holzhaus am Fluss. Durch das Auskleide-zimmerchen kommt man in den kleinen, dunklen Baderaum, der von einem riesigen Steinofen beherrscht wird. Man nimmt den Holzdeckel ab und gießt aus einem danebenstehenden großen Eisentopf heißes Wasser über faustgroße runde Steine, die direkt über dem Feuer gehäuft sind. Dann klettert man ein paar Stufen hoch auf eine Holzestrade, wo man sich niederlegt. Wenn der Schweiß ausbricht, peitscht man die offenen Poren mit Birkenwedeln, und dann geht man auf den Steg hinaus und steigt in den Fluss. Klettert man wieder hoch - das kühle Wasser erscheint einem nicht kalt -, lässt man Birkenblätter zurück. Auch nachts, im Bett, findet man einige. "Man schläft mit der Birke", sagt Hella Wuolijoki. « (19. August 1940). |
| Mitwirkende |
Kuhmädchen
Puntila
Kellnerin
Matti
Richterin
Eva Puntila
Attaché
Viehdoktor
Schmuggleremma
Apothekerfräulein
Telefonistin
Dicker Mann
Arbeiterin
Kraushaariger
Kümmerliche
Fina
Surkkala
Probst
Advokatin (Fr)
Advokatin (Mo)
Pröbstin
Plakat
Requiste
Souffleuse
Maske
Technik
Regie
|
|
Mareike Klassen
Max Zöllkau
Lilli Kugelmann
Oliver Büttner
Anne Krell
Theresa Wenger
Malte Potreck
Daniel La Monica
Nadine Velder
Miriam Müller-Ost
Carolin Turbahn
Dicker Mann
Lilli Kugelmann
Florian Bartsch
Katrin Willgerodt
Farina Törmer
Daniel La Monica
Florian Bartsch
Claudia Schoberth
Mai Thu Nguyen
Lena Ackermann
Marcel Marock
Mai Thu Ngyuen
Carolin Turbahn
Mareike Klassen
Julia Turbahn
Katrin Funke
Sophia Krutzke
Katrin Willgerodt
Simon Bensberg
Lukas Krause
Marcel Meyer
Edith Englich-Errens
|
|